Der Purplepark wurde bereits 2021 von localskateparks fertiggestellt. Um Kollisionen zwischen dem Jugendtreff und der Skateanlage zu vermeiden, sollte der Eingangsbereich des Jugendzentrums neu organisiert und besser mit der Skatefläche abgestimmt werden. Dies war die Grundlage für die Street-Extension, die das Parkangebot um eine unabhängige Fläche erweiterte.
Die Materialwahl dieser Fläche stärkte das Streetskateboarding, das im Purplepark besonders präsent ist. Das Flat besteht aus Granitplatten, die durch ihre Materialeigenschaft Street-Tricks besser unterstützen als Beton und das Gefühl eines echten Street-Spots vermitteln. Re-use-Pflanzentröge sorgen für eine klare Abgrenzung zwischen Skatefläche und Besuchenden. Eine demontierbare Holzkonstruktion sichert den Zugang zur Kanalisation und dient als Unterbau für die Betonelemente.
Der Beton wurde in Zusammenarbeit mit Kibeco AG© und OXARA© als Pilotprojekt verwendet. OXARA©s innovativer Zement basiert auf natürlichen Ressourcen und reduziert CO₂-Emissionen um bis zu 75 % laut Hersteller*innen. Da sein Einsatz im für diese Anwendung im Aussenbereich noch ungetestet ist, wird das Projekt im Purplepark zu einer Pionierleistung und dient auch als Versuchsobjekt.
Durch diese Materialwahl konnte vollständig auf herkömmlichen Zement verzichtet werden. Das Ziel war, Materialien je nach Bereich der Skatefläche gezielt einzusetzen, anstatt die gesamte Fläche in Stahlbeton zu planen. Dadurch wurde Beton eingespart, und nachhaltigere Materialien kamen dort zum Einsatz, wo sie funktionale und Skatetechnisch Vorteile bieten.
Zusätzlich wurde auf Kreislaufwirtschaft geachtet: Die Pflanzentröge lassen sich problemlos entfernen und wiederverwenden, Granitplatten und die weiteren Granit Elemente können ausgebaut und weiterverwendet werden, und die Holzkonstruktion ist demontierbar. Der Zementersatz-Beton weist eine hohe Recyclingfähigkeit auf, wobei erheblich weniger graue Energie verloren geht als im Vergleich zu herkömmlichem Zementbeton.
Die gezielte Materialwahl schon in der Planungsphase ermöglicht ein Layout, das stärker an den urbanen Raum angelehnt ist – den Ursprung des Skateboardings.
Mitten in der bestehenden Anlage wurde das Angebot um einen Granitplatten-Transfer und einen Pflanzentrog erweitert. Der Pflanzentrog dient gleichzeitig als skatebares Element und ermöglicht eine Begrünung des Parks, ohne zusätzlichen Platz zu beanspruchen. Die Materialwahl folgt dem gleichen Prinzip wie die Street Extension.